Mehr Ärzte für Drogensubstitution in der Region erwünscht

MdB Daniela Ludwig: „Wir brauchen flächendeckendes Angebot“

Wasserburg am Inn – Für viele Süchtige ist sie ein letzter Weg für die Rückkehr in ein „normales“ Leben: Die Therapie mit Drogensubstitution hilft oft, von der Abhängigkeit von Opiaten loszukommen. „Das ist eine der erfolgreichsten medizinischen Therapien überhaupt“, berichtete der Allgemeinarzt Raimund Arnold der Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordneten und Drogenbeauftragten der Bundesregierung Daniela Ludwig bei einem Gespräch in der „Hausarztpraxis im Burgerfeld“ in Wasserburg. Der Mediziner betreut mit Unterstützung der Allgemeinärztin und Homöopathin Claudia Eisenhut 45 Patienten mit Drogensubstitution. Die Hälfte der Patienten ist voll in die Gesellschaft integriert. „Über 20 Patienten sind berufstätig, haben Familie, und niemand würde es bemerken, dass sie auf Methadon angewiesen sind.“ Nach zahlreichen Gesprächen mit Ärzten und Suchtberatungsstellen weiß Daniela Ludwig, dass es bei der Substitutionstherapie dennoch ein großes Problem gibt. „Wir haben zu wenige Ärzte, die diese Therapie anbieten. Ich wünsche mir, dass wir gerade in ländlichen Regionen ein flächendeckendes Angebot schaffen.“

Diese Forderung können Raimund Arnold und Claudia Eisenhut nur unterstützen. „Wir haben in Stadt und Landkreis Rosenheim zwei Praxen, die diese Art von Substitution anbieten. Nötig wären aber mindestens vier mit insgesamt 100 Plätzen. Wir können keine Substitutionspatienten mehr annehmen.“

Die Allgemeinärzte machen finanzielle Gründe für den Mangel an Substitutionsärzten geltend. „Die Vergütung ist viel zu niedrig. Für einen persönlichen Kontakt sind in der Gebührenordnung gerade einmal 4,28 Euro vorgesehen! Wir müssen mit unseren Patienten Gespräche führen, ihnen Blut- und Urinproben abnehmen und Alkoholkontrollen durchführen. Vergütung und Zeitaufwand stehen in keinem Verhältnis.“ Kein Wunder also, so Arnold, dass bayernweit keine Klinik mehr Drogensubstitution anbietet. „Das ist für Krankenhäuser absolut unwirtschaftlich.“ Dieses Problem müsse gelöst werden, betonte Daniela Ludwig. „Die Gesundheitspolitiker von Union und SPD sehen das Problem. Wir wissen auch, dass die wirtschaftliche Situation der Hausärzte nicht so herausragend ist, wie sie in der Öffentlichkeit oft gesehen wird. Und wir müssen das Gespräch mit den Ärzten suchen.“

Nur jeder Zehnte der Substitutionspatienten in der Hausarztpraxis kommt aus Wasserburg. Die anderen reisen aus Waldkraiburg, Kolbermoor, Feldkirchen-Westerham oder bis aus dem Inntal an. Ein großer Aufwand gerade zu Beginn der Therapie, wenn die Patienten täglich kommen müssen, um sich mit Methadon behandeln zu lassen. Erst nach einem halben Jahr, und wenn sie sich als zuverlässig erwiesen haben, bekommen sie eine Dosis für sechs Tage mit nach Hause, und müssen nur mehr einmal wöchentlich kommen. Zuverlässigkeit und der Wille zur Therapie seien wichtig, betonen beide Ärzte. „Wir kontrollieren ständig, ob die Patienten neben dem Methadon noch Drogen oder Medikamente mit hohem Suchtpotential wie zum Beispiel Benzodiazepine oder Pregabalin einnehmen. Wer das regelmäßig macht, wird von uns nicht mehr behandelt.“ Dass sich viele Ärzte scheuen, Drogensubstitution anzubieten, hat für sie neben den finanziellen Aspekten auch einen anderen Grund. „Es ist ein Imageproblem. Manch ein Mediziner will keine Drogensüchtigen in seinem Wartezimmer haben, weil es anderen Patienten vielleicht unangenehm sein könnte. Wir beugen diesem Problem vor, indem wir täglich eine eigene Sprechstunde nur für Substitutionspatienten anbieten.“

In der Wasserburger Praxis von Raimund Arnold und Claudia Eisenhut gab es noch keine Konflikte. Diese Angst könnte man vielen Ärzten nehmen, wenn das Angebot an Therapieplätzen größer wäre, meint Daniela Ludwig. „Je mehr Ärzte Drogensubstitution anbieten, umso besser könnte man die Plätze in der Fläche verteilen. Ich appelliere deshalb an die Mediziner, sich an dieses Thema heranzuwagen. Bei Drogenabhängigen handelt es sich um Kranke. Die Gesellschaft hat einen Auftrag, diesen Menschen zu helfen.“


Bildhinweis: Von links: Allgemeinärztin und Homöopathin Claudia Eisenhut, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, MdB Daniela Ludwig und Allgemeinarzt Dr. Raimund Arnold.Bildhinweis: Raab

Politik braucht klare Worte, Mut und Visionen

Unions-Mittelstandsexperte Carsten Linnemann in Raubling

Raubling, Lkrs Rosenheim – Politik braucht keine mehrseitigen Wahlprogramme. Es reichen zehn Sätze mit einer eindeutigen Haltung, die mit Mut und Visionen die Herausforderungen in Deutschland angeht – gerade in der Wirtschaftspolitik. Das war die unmissverständliche Botschaft von Carsten Linnemann, dem stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion beim „Treffpunkt Fraktion“ in Raubling. „Die Union braucht einen Plan. Die Volksparteien haben es verlernt, Klartext zu reden“, sagte Linnemann vor rund 180 Gästen im Show-Room der Mercedes-Benz AVG Auto-Vertrieb-GmbH selbstkritisch. In seinem Impulsreferat zur Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft und in der anschließenden Diskussion wurde der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion seinem Ruf als Verfechter klarer Aussagen gerecht. „Carsten Linnemann nimmt kein Blatt vor dem Mund, er ist einer der Shitstorms aushält, er weiß, was die Wirtschaft und besonders der Mittelstand in Deutschland brauchen“, erklärte die CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig in ihrer Begrüßung.

Die Besucher wurden nicht enttäuscht. Linnemann will die Union mutiger und mit klarer Kante bei allen Themen sehen. „Wir haben den Fehler gemacht, uns zu stark auf das Argument Angela Merkel zu konzentrieren. Darauf haben wir uns ausgeruht. Wir müssen jetzt wieder dazu kommen, dass jeder weiß, wofür die Union steht.“

Die Große Koalition müsse in der verbleibenden Zeit bis zur nächsten Bundestagswahl drei Herausforderungen meistern. „Erstens: Wir haben noch Altlasten, die nicht abgearbeitet sind. Dazu gehören die Energiewende, die wir nicht im Griff haben, dann die Eurokrise und das Flüchtlingsthema, das nicht gelöst ist.“ Das Problem der Integration werde in Deutschland massiv unterschätzt. Zweite Herausforderung sei die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft. „Es gibt eine Schwarz-Weiß-Malerei bei allen Themen. Wir müssen mit Shitstorms leben, das ist ein absolutes Kernproblem unserer Gesellschaft.“ Als dritte, wichtige Herausforderung nannte Linnemann die Wirtschaft. „Unter den Top 100-Unternehmen weltweit ist gerade mal ein deutsches Unternehmen. Wir leiden unter einem Fachkräftemangel und schaffen es bis heute nicht, die Steuerzahler zu entlasten.“ Eine Entlastung des Mittelstandes, der das Rückgrat der Wirtschaft sei, würde 10 bis 15 Milliarden Euro kosten. „Darauf müssen wir uns konzentrieren, das müssen wir schaffen.“

Die Steuerpolitik und eine unerträgliche Belastung der Unternehmen mit einer ausufernden Bürokratie waren auch Themen in der anschließenden lebhaften Diskussion mit den Besuchern. Unternehmer Markus Dettendorfer stellte die Frage, wie man einen Betriebsnachfolger finden solle, wenn Firmen mit überbordenden Vorschriften und Auflagen belastet seien. Unternehmer Andreas Duschl sprach von einer Planwirtschaft, die an die Stelle der Sozialen Marktwirtschaft getreten sei. Das betreffe insbesondere die Energiepolitik. Dezernent Thomas Bugl von der Stadt Rosenheim bemängelte, die Bundesregierung versäume es nach wie vor, in der Wohnungsbaupolitik Eigentum zu fördern. „Mit einer Eigentumsquote von 14 Prozent liegt Deutschland weit hinten.“ Einige Landwirte ermahnten Linnemann, das Problem der Bauern ernst zu nehmen. Sie ständen zu Unrecht gerade beim Thema Klimawandel als Buhmänner da.

Sebastian Lechner vom Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen forderte Unterstützung für das Transportgewerbe im Kampf gegen die Maßnahmen des Landes Tirol. Blockabfertigung und eine Ausweitung von Fahrverboten gefährdeten die Existenz der bayerischen Unternehmen. Hier sagte Daniela Ludwig den Unternehmern ihre Unterstützung zu. „Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und ich haben alle Probleme und Tiroler Maßnahmen aufgelistet und an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen übergeben. Sie will das genau prüfen. Für uns ist es die einzige Chance, das Thema auf europäische Ebene zu heben.“

„Goldene Rampe“ für gelebte Inklusion

Auszeichnung für Private Schulen Oberaudorf-Inntal

Oberaudorf – Dieser Tag war ein Grund zur Freude und zum Stolz: Der Arbeitskreis Inklusion für Stadt und Landkreis Rosenheim hat die Privaten Schulen Oberaudorf-Inntal mit der „Goldenen Rampe“ ausgezeichnet. Ein Preis, den der Arbeitskreis seit 19 Jahren verleiht. Gewürdigt wird damit das besondere Engagement im Bereich der Inklusion von Menschen mit Behinderung. 160 Gäste feierten mit – ein Beleg dafür, wie tief die Schule in der Region verwurzelt ist. „Das ist nicht nur irgendeine Auszeichnung“, freute sich die Schirmherrin und Mit-Initiatorin der Schule, die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig. „Das ist eine Auszeichnung für eine vorbildliche Inklusion, für ein gelebtes Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung, für eine Schule, die ihresgleichen sucht und eine bedeutsame Aufgabe in unserer Gesellschaft erfüllt.“

Ludwig bedankte sich bei der Schulleitung, den Eltern und allen Unterstützern für dieses herausragende Inklusionsprojekt im Landkreis Rosenheim. „Zur tiefen Dankbarkeit sind wir der Gemeinde Oberaudorf verpflichtet, die das Gebäude zur Verfügung gestellt hat.“ Die heimische Wahlkreisabgeordnete rief dazu aus, die Inklusion noch stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. „Wir haben als Gesellschaft die Verpflichtung, über die Verschiedenheit der Menschen zu reden, und Menschen mit Handicap in die Mitte unserer Gesellschaft zu holen.“

Ihr Motto „Bildung, Bewegung, Begegnung“ lebe die Schule jeden Tag, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Inklusion Hans Loy. „Deshalb sind die Privaten Schulen Oberaudorf-Inntal auch ein würdiger Preisträger.“
81 Kinder besuchen den Unterricht in den Privaten Schulen Oberaudorf-Inntal. Ein Drittel davon lebt mit einem Handicap, zehn Schülerinnen und Schüler sind mehrfach behindert. Geschäftsführerin Bettina Brühl hob in ihrer beeindruckenden Rede die große Bedeutung der Inklusion gerade für diese Kinder hervor. „Mir scheint, es gibt eine stillschweigende Übereinstimmung in unserer Gesellschaft, dass Inklusion für diese Kinder nichts nützt. Das macht uns wütend. Gerade deshalb haben wir sie in unserer Schule.“ Inklusion bedeute nicht einfach nur, Kinder mit

Behinderung in den Unterricht zu integrieren. „Inklusion heißt Offenheit für jeden, der anders ist. Sie bedeutet: Wir passen uns an die Bedürfnisse an die Kinder an, die zu uns kommen. Wir ändern uns ständig. Unser Ziel bleibt aber stets dasselbe: allen Menschen Wertschätzung entgegen zu bringen, und niemanden auszuschließen.“ Die täglich gelebte Inklusion an den Privaten Schulen Oberaudorf- Inntal wurde auch bei der Feier deutlich. Beim gemeinsamen Singen der Kinder, bei einem interaktiven Spiel zu diesem Thema, bei dem die Gäste ihre Gedanken zur Inklusion zusammenfassten. Eine würdige Feier – für einen würdigen Preisträger.

Kloster Seeon: CSU gibt in der Politik den Takt an

Kloster Seeon – Die CSU im Deutschen Bundestag ist traditionell mit der ihrer Klausurtagung in Kloster Seeon ins Jahr 2020 gestartet. Neben prominenten Gästen standen auch richtungsweisende Beschlüsse für die politische Arbeit 2020 auf dem Programm. „Ich glaube, das ist uns dieses Mal schon wieder sehr gut gelungen, der Taktgeber zu sein in den politischen Debatten in Deutschland und das ist der Maßstab, den wir für uns für 2020 sehen“, sagte der Vorsitzende der CSU im Bundestag, Alexander Dobrindt. Der Schwerpunkt werde für 2020 vor allem darauf gelegt, Arbeitnehmer zu entlasten, Familien zu unterstützen und Sparer zu schützen, so Dobrindt.

Die Klausurtagung in Kloster Seeon – ein Gipfeltreffen bürgerlich-konservativer Politik mit international und national hochrangigen Gästen. Wir begrüßten unter anderem Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, Kersti Kaljulaid, die Staatspräsidentin der Republik Estland und Klaus Werner Johannis, Präsident von Rumänien. Mit ihnen diskutierten wir über aktuelle politische Herausforderungen – etwa die Frage, wie eine gemeinsame europäische Migrationspolitik aussehen kann oder wie wir uns den Herausforderungen des Klimaschutzes stellen.

In den Gesprächen mit Prof. Dr. Matthias Nießner, Leiter des Visual Computing and Artificial Intelligence Lab an der TU München und Ann-Kristin Achleitner, Aufsichtsratsmitglied Munich Re und Linde ging es vor allem um das Thema Digitalisierung und Innovation – die wichtigsten Zukunftsthemen Deutschlands.

Die CSU-Landesgruppe fasste wichtige, zukunftsweisende Beschlüssen: Wir wollen eine Politik für eine starke Landwirtschaft, für starken Staat und eine wehrhafte Demokratie – für ein neues Jahrzehnt der Souveränität, wir wollen Regionen stärken und Menschen auf dem Land eine Heimat mit Zukunft geben. Wir setzen in der Wirtschaftspolitik ein Signal: mit unserer Entlastungsoffensive für die gesellschaftliche Mitte – für Sparer, Arbeitnehmer, Mittelstand und Unternehmen.

Alle Informationen und Beschlüsse der Klausurtagung in Kloster Seeon finden Sie hier:
https://bit.ly/2uxIQD3

QUELLE: CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag